Haltung – Bin ich irgendwann von alleine gerade?

Wenn man sich die Frage stellt, ob man irgendwann von allein gerade ist, stellt man schnell die Vermutung auf, dass gerade Haltung automatisch Schmerzfreiheit bedeutet. Dies ist jedoch ein Mythos. Aber was ist eigentlich eine gute Haltung? Und was ist keine gute Haltung? Und wie lange muss ich das überhaupt machen, bis ich optische Effekte sehe?

Was ist eigentlich eine gute Haltung?

Gute Haltung bedeutet nicht, den ganzen Tag stocksteif durch die Gegend zu laufen. Wenn du immer ein aufgerichtetes Becken oder eine gerade Brustwirbelsäule hast, ist deine Haltung nicht dynamisch, sondern statisch.

Es gibt Menschen, die einen extremen Flachrücken und eine sehr gerade Haltung haben. Im ersten Moment sieht das super aus. Ich kenne einige dieser Menschen und weiß von ihnen, dass sie extreme Schmerzen haben und zusätzlich sehr steif und in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind. Oftmals haben diese Menschen auch seit Jahren Schmerzen im Rücken, Knie oder Probleme mit der Hüfte.

Daran siehst du, dass gute Haltung nicht statisch ist. Ein Gebäude ist statisch. Wir Menschen sind dynamische Wesen. Wir bewegen uns durch Raum und Zeit fort, überwiegend mit dem aufrechten Gang. Die Vorstufe zum aufrechten Gang bildet das aufrechte Stehen. Das aufrechte Stehen machen wir nicht die ganze Zeit, sondern ab und zu im Alltag. Zum Beispiel für Sekundenbruchteile, während wir gehen und Millisekunden, während wir rennen.

Dynamische Haltung
Menschen sind dynamische Wesen

Dass wir dynamische Wesen sind, siehst du zum Beispiel auch beim Becken-Movement. Wenn wir uns bücken und etwas aufheben, wird unser Becken vom Hohlkreuz nach hinten gekippt und wieder zurück. Hier haben wir eine Dynamik.

Eine angespannte Haltung im Alltag führt zu einer extremen Belastung der Muskulatur und zu mehr Verspannungen. Du wirst steif und die Bewegung wird ineffizient. Es ist wichtig, dass du dich dynamisch bewegst und im richtigen Moment während der Bewegung immer wieder in die Ausgangsposition, dem aufrechten Stand, zurückkehrst.

Am Anfang ist es natürlich okay, wenn du ab und zu dein Becken aufrichtest und die Funktion überprüfst. Dies kannst du auch vor einem Spiegel oder einer Fensterscheibe checken, indem du kurz die Spannungsanker aktivierst und gerade wirst. Es ist genauso okay, wenn du ein paar Sekunden später wieder in eine etwas rundere bzw. entspanntere Haltung zurückkehrst. Wichtig ist, dass du sowohl in die gerade Haltung als auch in die entspannte Haltung kommst und du die Übergänge so schnell wie möglich schaffst.

“Die wirklich schlechte Haltung ist die, aus der du nicht herauskommst.”

Definition Haltung

Eine einheitliche Definition von Haltung gibt es nicht. Generell streitet sich die Wissenschaft, ob es überhaupt eine optimale Haltung gibt oder diese nicht von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist. Ich berichte dir von meinen eigenen Beobachtungen und persönlichen Erfahrungen.

Meine persönliche Definition von Haltung ist diese:

“Haltung ist das Produkt aller zu einem bestimmten Zeitpunkt auf den Körper einwirkenden Kräfte und deren möglichst gleichmäßige Verteilung auf die Strukturen des Körpers, sodass optimale Energieerzeugung und Kraftübertragung gewährleistet werden.”

Was bedeutet das nun?

Gute Haltung erlaubt die optimale Verteilung dieser Kräfte auf alle Strukturen des Körpers.

Wenn ich gehe oder renne, möchte ich, dass möglichst viele Gelenke gleichzeitig an dieser Bewegung mitarbeiten.

Umso mehr Gelenke mithelfen eine Bewegung zu erzeugen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich keine Überlastung habe.

Dies ist auch eine Beobachtung aus der Top-Athletik von Sportwissenschaftlern: Gute Athleten bewegen mehr Gelenke zur gleichen Zeit. Im Haltungscoach gibt es ein sehr interessantes Video, in dem wir uns Top-Athleten anschauen und analysieren, wie viele Segmente bei einer „einfachen“ Bewegung – wie zum Beispiel während des Abschlags beim Golfspielen – eine Rolle spielen.

Schau dir hier meine Bewegungsanalyse von Usain Bolt auf YouTube an:

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Was sollte dein Ziel sein?

Mach dir deine mangelnde Beweglichkeit im Becken bewusst und korrigiere sie. Achte außerdem darauf, dass du nicht den ganzen Tag gerade und steif bist. Zum richtigen Zeitpunkt jedoch immer in der Lage bist, gute Haltung und Körperspannung einzunehmen, sowohl im Alltag als auch beim Sport. Mach dir immer bewusst, wann du welche Funktion brauchst.

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